Unterstützte Kommunikation hilft Menschen, die nicht oder schwer sprechen, sich auszudrücken. Was sie ist, für wen sie gedacht ist, welche Formen es gibt und wie Sie zu Hause starten.
Unterstützte Kommunikation (AAC) ist ein Sammelbegriff für alle Wege, auf denen jemand kommunizieren kann, wenn Sprechen schwierig oder (noch) nicht möglich ist. Statt gesprochener Sprache nutzen Sie zum Beispiel Piktogramme, ein Kommunikationsboard, Gebärden oder einen Sprachcomputer. Das Ziel ist dasselbe: Wünsche, Gefühle, Fragen und Ideen klar machen — auf eine Weise, die zur Person passt.
Im Deutschen heißt das oft UK: unterstützte Kommunikation. Auf Englisch AAC: Augmentative and Alternative Communication. Anreichernde Kommunikation ergänzt vorhandene Sprache (zum Beispiel ein paar Kernwörter auf einer Tafel). Alternative Kommunikation ist der Hauptkanal, wenn jemand wenig oder keine gesprochene Sprache nutzt. In der Praxis überschneiden sich die Begriffe; Logopäden und Schulen sprechen meist von UK, AAC oder unterstützter Kommunikation.
Unterstützte Kommunikation richtet sich an Kinder und Erwachsene mit sehr unterschiedlichen Hintergründen: Autismus, einer Sprachentwicklungsstörung, Aphasie nach einem Schlaganfall, einer geistigen Behinderung, Dysarthrie, Down-Syndrom, ALS oder anderen neurologischen Erkrankungen. Nicht jede Person braucht dasselbe Hilfsmittel — was wirkt, hängt von Motorik, Sehen, Verständnis und der Umgebung ab.
Kommunikation ist ein Grundbedürfnis. Kinder, die noch wenig sprechen, verstehen oft mehr, als sie sagen können. Mit unterstützter Kommunikation geben Sie ihnen einen Extra-Kanal: sie können „ja“ oder „nein“ zeigen, aus Bildern wählen oder einen kurzen Satz vorsprechen lassen. Das senkt Frustration, stärkt Selbstvertrauen und erleichtert die Teilnahme in Schule, Zuhause und Gruppe.
Es gibt viele Formen unterstützter Kommunikation. Piktogramme und Fotos auf einem digitalen Kommunikationsboard sind am bekanntesten. Dazu kommen Papiersysteme (wie PECS), Gebärden und Gebärdensysteme, Schreiben oder Tippen sowie eigene Sprachcomputer, die Sätze sprechen. Manchmal kombiniert jemand mehrere Formen: ein paar Gebärden, ein paar Kernwörter auf einer Tafel und später ein umfangreicheres digitales System.
Ein Kommunikationsboard — digital oder auf Papier — funktioniert wie ein Menü aus Wörtern und Bildern. Die Nutzerin oder der Nutzer zeigt oder tippt auf ein Symbol; eine Begleitperson oder die App spricht es vor. Oft starten Sie mit Kernwörtern: „ich will“, „trinken“, „essen“, „spielen“, „Hilfe“, „müde“. Schritt für Schritt kommen Wörter aus dem Alltag dazu. So wächst Sprache, auch ohne laut zu sprechen.
Unterstützte Kommunikation wirkt am besten, wenn die Umgebung mitmacht. Eltern, Lehrkräfte und Begleitpersonen können die Tafel selbst nutzen („Modellieren“): tippen Sie auf „trinken“, wenn Sie ein Glas Wasser nehmen. Geben Sie Zeit zum Reagieren — manchmal dauert es einen Moment, bis jemand wählt. Feiern Sie jeden Versuch, auch wenn er noch nicht perfekt ist. Druck zum Sprechen wirkt gegenteilig: die Tafel ist eine Ergänzung, kein Ersatz für Körpersprache, Mimik oder andere Signale.
Ein Logopäde hilft zu klären, welche Form unterstützter Kommunikation passt, welche Wörter Sie zuerst anbieten und wie Sie sie zu Hause oder in der Schule konsequent nutzen. TWIYO kann dabei eine niedrigschwellige Ergänzung sein: ein bezahlbares digitales Kommunikationsboard auf dem Tablet oder Telefon, das Sie schon haben. Mit Premium tippen Sie auf Kategorien und Kernwörter; die App spricht Sätze vor. Sie können eigene Fotos hinzufügen — von Familie, Schule oder Alltag — damit unterstützte Kommunikation persönlicher und erkennbarer wird.
TWIYO entstand aus unserer eigenen Erfahrung mit einem nonverbalen Kind. Wir haben gesehen, wie viel unser Sohn verstand, als Wörter mit Bildern verknüpft wurden. Deshalb bauten wir eine App, in der Sie selbst bestimmen, welche Bilder Sie anbieten — und die mit der Nutzerin oder dem Nutzer mitwächst. Kostenlos starten Sie mit Buchstaben, Zählen, Wort-Bild-Spiel und bis zu 10 eigenen Wörtern; mit Premium (oder der kostenlosen 14-Tage-Testphase) erhalten Sie das volle Kommunikationsboard (AAC), die Buchstabiertafel und unbegrenzte Wörter.
Wichtig zu wissen: TWIYO ist eine Bildungs- und Kommunikations-App, kein medizinisch anerkanntes Hilfsmittel. Sie ersetzt keinen professionellen Sprachcomputer, keinen logopädischen Rat und keine Schulbegleitung. Sie kann aber eine praktische Weise sein, zu Hause unterstützte Kommunikation zu üben oder neben der Therapie konsequent mit denselben Wörtern und Bildern zu arbeiten.
Möchten Sie mehr lesen? In unserem Artikel über AAC zu Hause erklären wir, wie Sie ein Kommunikationsboard im Alltag nutzen. Zu Piktogrammen und Sprachcomputern gibt es eigene Texte auf twiyo.app/de/blog. Bereit zum Ausprobieren? Öffnen Sie TWIYO, legen Sie die App auf den Startbildschirm und starten Sie kostenlos — oder testen Sie Premium 14 Tage kostenlos, um das Kommunikationsboard auszuprobieren.
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